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Category Archives: Presse

Pressemitteilung 02.07.2021

4. Juli 2021

80 Jahre nach der Besetzung des Baltikums durch die Nazis

Taten statt Worte: Barmstedter Verein will den letzten Überlebenden des Holocaust helfen

Im November will Hanna Middelmann wieder nach Riga fahren. 80 Jahre ist es her, dass die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion und das Baltikum besetzte und ein mörderisches Regime errichtete: Allein im Ghetto von Riga wurden 1941 innerhalb von zehn Tagen mehr als 27.000 Menschen von den Nationalsozialisten umgebracht, in der ehemaligen Sowjetunion werden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs insgesamt 27 Millionen Opfer beklagt. Hanna Middelmann setzt sich seit Jahrzehnten für diejenigen ein, die in Lettland und Litauen den Holocaust überlebt haben und dort um Angehörige trauern. Der Barmstedter Verein „Taten statt Worte“ unterstützt sie dabei, denn die Not der Überlebenden ist groß in der Ostseeregion.

Die Hilfsaktion gilt etwa 80 Holocaust-Überlebenden im Baltikum, vielfach krank und traumatisiert – manche beklagen den Tod sämtlicher Familienmitglieder, andere kennen ihre Herkunft noch nicht einmal, weil sie noch Kleinkinder waren, als das Morden begann. Der Barmstedter Verein „Taten statt Worte“ sammelt für sie Spenden ein, damit Medikamente, Arztrechnungen, Operationen, Pflegekräfte für die sehr alten Menschen, die z.T. bettlägerig sind, bezahlt werden können. 

Entstanden ist das Hilfsprojekt durch den Kontakt des Barmstedter Vereinsgründers Rainer Sanchez zu dem Göttinger Ehepaar Hanna und Wolf Middelmann, das dort schon seit 1993 die Unterstützung organisierte. Auslöser waren Berichte, nach denen ehemalige Mitglieder der lettischen Waffen-SS aus der Bundesrepublik eine Versehrten-Rente erhielten, wenn sie ein Kriegsverwundung nachweisen konnten. Wer aber die Judenvernichtung der Nationalsozialisten überlebt hatte, blieb ohne Entschädigung. Das Lehrer-Ehepaar beschaffte Medikamente und medizinische Instrumente und sammelte Spenden ein für die Hilfsbedürftigen. Ihr Engagement dokumentierten sie in einem 190 Seiten langen Buch mit dem Titel „Dem Judenmord entkommen“. Ihr Archiv ist so bedeutend, dass sich das „United States Holocaust Memorial Museum“ in Washington darum bewarb. Dort ist nun das nachzulesen, was die Überlebenden bezeugten.

Auch nach dem Tod ihres Mannes blieb Hanna Middelmann aktiv. Sie schätzt die organisatorische Unterstützung durch den Barmstedter Verein, der für sie auch die Finanzbuchhaltung erledigt und Spenden-Nachweise erstellt: „Vor 20 Jahren lernten wir Herrn Sanchez und seine Frau bei einer Geburtstagsfeier kennen. Es ergaben sich sehr lebendige Gespräche zwischen uns. Er erzählte uns ausführlich von seinen vielen unterschiedlichen Projekten, die er im Laufe von Jahrzehnten weltweit aufgebaut hatte. Sein Anliegen war, wo immer er große Not sah, den Ärmsten auf dieser Welt zu helfen. Wir sprachen dann auch über unsere Unterstützungshilfe im Baltikum, die ihn ebenso interessierte, und der Kontakt blieb lebendig bis heute.“

Dass Moral und Haltung keine Frage von Bildung oder Besitzstand ist, hat Hanna Middelmann an den Geschichten aus der grausamen Zeit immer wieder gesehen. Im November und Dezember 1941 wurden mehr als 27.000 Menschen an ausgehobenen Gruben in Wäldern nahe Rigas erschossen. „Es gab ausgebildete Fachleute, die die Aufgabe für die NS-Statthalter erledigten, die Massengräber genauestens auszumessen, damit darin auch wirklich alle Ermordeten Platz finden würden“, berichtet sie erschüttert: „Woher kam bloß diese unvorstellbare Vernichtungswut? Und woher kommt die Zunahme antisemitischer oder neonazistischer Denkweisen heute? Wir wollen einen Beitrag leisten zu einer mitmenschlicheren Zukunft.“

In einem ihrer Rundbriefe zitiert Hanna Middelmann deshalb auch den Text eines Schulleiters an seine Lehrer, der den Holocaust überlebt und in den USA Schutz gefunden hatte: „Liebe Lehrer! Ich habe ein Konzentrationslager überlebt. Meine Augen haben Dinge gesehen, die kein menschliches Auge je erblicken sollte: Gaskammern, erbaut von gebildeten Ingenieuren; Kinder, vergiftet von wissenschaftlich ausgebildeten Ärzten; Säuglinge, getötet von erfahrenen Kinderschwestern; Frauen und Kinder, erschossen und verbrannt von ehemaligen Oberschülern und Akademikern. Deswegen traue ich der Bildung nicht mehr. Mein Anliegen ist: Helfen Sie Ihren Schülern, menschlich zu werden. Ihr Unterricht und Ihr Einsatz sollte keine gelehrten Ungeheuer hervorbringen, keine befähigten Psychopathen, keine gebildeten Eichmanns. Lesen, Schreiben und Arithmetik sind nur wichtig, wenn sie dazu beitragen, unsere Kinder menschlich zu machen.“

1979 ist „Taten statt Worte“ von Rainer Sanchez in Barmstedt gegründet worden. Seitdem wurde vielfache Hilfe geleistet, in Afrika, Asien, Lateinamerika und dem Baltikum.

Das Spendenkonto „Taten statt Worte e.V.“:

DE96 2305 1030 0113 1497 36  bei der Sparkasse Südholstein

Homepage im Internet: www.taten-statt-worte.org

Pressemitteilung 13.04.2021

13. April 2021

Beton und Nähmaschinen gegen Fluchtursachen

„Taten statt Worte“ unterstützt trotz Covid-19 aktiv in Sierra Leone / Westafrika

BARMSTEDT. Kamakwie im Norden von Sierra Leone ist etwa so groß wie Barmstedt – anders als im Kreis Pinneberg gibt es dort jedoch weder Strom noch fließend Wasser. Das westafrikanische Land gehört zu den ärmsten der Welt. Der Barmstedter Verein „Taten statt Worte“ unterstützt in der Distrikt-Hauptstadt seit kurzem eine Berufsschule mit etwa 200 Schülerinnen und Schülern, woran auch die Covid-19-Pandemie nichts geändert hat. Gerade sind die Initiatoren des Projekts, Marion von Oppeln und Lars Bessel, von dort zurückgekehrt: „Wir stehen auch in schwierigen Zeiten zu unseren Partnern.“

Und das war dringend nötig: In der vergangenen Regenzeit war die Mauer eines Klassenraumes durch die Wassermassen einfach weggerissen worden. „Die Schule wurde direkt nach dem Bürgerkrieg 2002 erbaut und war dringend renovierungsbedürftig“, so Bessel. Insgesamt 15.000 Euro flossen in die Grundinstandsetzung aller Gebäude, die Hälfte davon stammt aus Barmstedt. „Die korrekte Mittelverwendung über 7.500 Kilometer hinweg sicherzustellen, ist nicht ganz einfach“, erklärt von Oppeln ihre Sorgen aus dem vergangenen Jahr, als eine Reise wegen der Pandemie nicht möglich war. Doch der diesjährige Besuch brachte die beruhigende Erkenntnis, dass alle Spenden ordnungsgemäß verbaut worden sind. Mit Geld aus Barmstedt hatte das engagierte Ehepaar zuvor bereits zehn pedalbetriebene Nähmaschinen für die Schneider-Klasse der Schule angeschafft und die Hauswirtschaftsabteilung mit einer Grundausstattung versorgt. Dazu zählt sogar eine kleine Gefriertruhe, die dank der kleinen Solaranlage auf dem Schuldach mit Strom versorgt werden kann. „Wir sind sehr dankbar für diese Co-Finanzierung“, sagt Bessel, „ohne dieses Geld wäre das alles nicht möglich gewesen.“

Und die beiden haben weitere große Pläne, bei denen „Taten statt Worte“ sie unterstützen wird: Ein zweistöckiger Neubau soll dafür sorgen, dass die stetig wachsende Schülerzahl auch künftig genug Platz hat; vor allem die Computerabteilung, die regen Zulauf registriert. Auf über 50.000 Euro schätzt von Oppeln die Kosten. „Gemeinsam möchten wir diese Welt ein klein wenig gerechter machen, den Jugendlichen im Busch eine Perspektive im eigenen Land bieten und auf diese Weise auch Fluchtursachen bekämpfen.“

Der Verein „Taten statt Worte“ ist 1979 von Rainer Sanchez in Barmstedt gegründet worden. Seitdem wurde vielfache Hilfe in Afrika, Asien und Lateinamerika geleistet.

Spendenkonto „Taten statt Worte e.V.“ → IBAN: DE96 2305 1030 0113 1497 36

Homepage: www.taten-statt-worte.org

https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Hilfsaktion-aus-Nortorf-Alte-Naehmaschinen-fuer-Sierra-Leone,naehmaschinen108.html

Pressemitteilung 17.02.2021

13. März 2021

Mitten in der Pandemie:

Spendenbereitschaft für „Taten statt Worte e.V.“ weiter hoch – Hilfsprojekte in Guatemala, Sierra Leone und Tansania

Erfolgreiche Bilanz in schwierigen Zeiten: Der Verein „Taten statt Worte“ mit Sitz in Barmstedt (Landkreis Pinneberg) hat im Jahr 2020 Spenden in Höhe von insgesamt 108.479,22 Euro erhalten. Unterstützt werden damit u.a. Selbsthilfeprojekte in Guatemala, Sierra Leone und Tansania – „Taten statt Worte“ fördert u.a. Bildungsarbeit, Schulbau, Schulbesuch, Lebensmittelverteilung und nachhaltige Landwirtschaft. Einige Spenden erfolgten zweckgebunden für die medizinische Versorgung von KZ-Überlebenden im Baltikum.

Stefan Bolln, Vorsitzender des Vereins: „Die Pandemie schränkt gerade vieles ein – nicht aber die Spendenbereitschaft. Im Gegenteil: Obwohl zahlreiche Präsenzveranstaltungen ausfallen mussten, darunter unsere Spendenaktion auf dem Barmstedter Weihnachtsmarkt, bleibt die Hilfsbereitschaft auf einem hohen Niveau. Viele wollen gerade jetzt Menschen an anderen Orten der Welt unterstützen, die auf Solidarität dringend angewiesen sind und auch unter Corona erheblich leiden. Unser Ziel bleibt Hilfe zur Selbsthilfe. Dafür arbeiten wir mit uns persönlich bekannten Personen vor Ort zusammen und nehmen auch selbst in Augenschein, welche Fortschritte durch die Spenden möglich gemacht werden. Bei uns ist und bleibt es Tradition, dass jeder gespendete Cent auch bei den Projekten in den Ländern ankommt. Wir arbeiten alle ehrenamtlich – auch alle Mittel, die z.B. für administrative Aufgaben oder Reisen aufgebracht werden müssen, finanzieren wir aus der eigenen Tasche. Wir sind dankbar für jede kleine oder große Spende. Herausragend ist Jahr für Jahr die Unterstützung durch den Barmstedter Kindergarten Rasselbande, etwa durch den Verkauf von Adventskränzen.“

Der Verein hält auch während der Pandemie Kontakt zu seinen Ansprechpartnern vor Ort, geplant ist in den kommenden Wochen sogar eine Reise nach Sierra Leone, um den dortigen Ausbau einer Berufsschule beratend zu unterstützen.

1979 war die Hilfsorganisation von Rainer Sanchez in Barmstedt gegründet worden. Seitdem wurde vielfache Hilfe in Afrika, Asien und Lateinamerika geleistet.

Das Spendenkonto „Taten statt Worte e.V.“:

DE96 2305 1030 0113 1497 36 bei der Sparkasse Südholstein

Homepage im Internet: www.taten-statt-worte.org

Mail: kontakt@taten-statt-worte.org